Werkstattordnung
Werkstattordnung
Werte
Die Regeln, die in jeder meiner Werkstätten galten — und hier gelten sie auch.
Regel 1: Was ich baue, kostet nichts. Und das bleibt so.
Meine eigenen Programme sind unentgeltlich, und dabei bleibt es. Das ist keine Aktion mit Ablaufdatum, sondern eine Entscheidung, die vorher gefallen ist.
Ein Werkzeug, das nur benutzen darf, wer dafür zahlt, ist ein halbes Werkzeug. Deshalb findest du hier keinen Preis, kein Abo und keine Fassung, die mehr kann, sobald Geld fließt.
Regel 2: Der Quelltext liegt offen.
Wer prüfen will, muss hineinsehen können. Der Quelltext meiner Lernsoftware liegt im Quelltext-Archiv dieser Seite: jede Datei, jede Fassung, der ganze Verlauf. Dazu eine freie Lizenz der Europäischen Union: benutzen, ändern und weitergeben sind erlaubt.
Im Werkzeugbau gehört zu jedem Teil eine Zeichnung mit Schriftfeld — dem Feld, in dem Maßstab, Toleranz und Stand eingetragen sind. Ein Programm ohne Quelltext ist ein Teil ohne Zeichnung: Du siehst, dass es passt, aber nicht, warum.
Regel 3: Barrierefrei ist die Abnahme, kein Häkchen.
Eine Abnahme ist der Punkt, an dem etwas übergeben wird — oder eben nicht. Beim Glasfaserausbau nimmt niemand eine Strecke ab, weil sie gut aussieht. Abgenommen wird sie, wenn die Dämpfungsmessung stimmt, der Lichtverlust auf der Faser also im zulässigen Rahmen liegt.
Genauso halte ich es mit Software. Die Richtlinien für barrierefreie Web-Inhalte, kurz WCAG, sind dabei meine Untergrenze und nicht mein Ziel.
Software soll niemanden aussperren. Das ist der ganze Grund.
Regel 4: Erst prüfen, dann freigeben.
Die Prüfung ist Teil der Arbeit und nicht ihr Anhang. Beim Flugzeug stand vor jedem Start die Vorflugkontrolle: Jeder Punkt einer Liste wird durchgegangen, auch wenn nichts fehlt. In der Werkstatt hieß derselbe Gedanke Bremsprobe.
Bei Software heißt es Tastaturdurchgang, Kontrast und Vorlesesoftware — drei Punkte, die abgehakt werden. Was sie nicht übersteht, wird nicht veröffentlicht, sondern nachgearbeitet. Aufgeschrieben sind diese drei Punkte nicht: Ich habe sie im Kopf, und es sind jedes Mal dieselben.
Eine Prüfung, die du selbst ansetzt, kostet einen Nachmittag. Eine, die jemand anders ansetzt, kostet mehr.
Regel 5: Ohne Konto, und wo es geht ohne Netz.
Ein Programm, das ein Konto verlangt, verlangt Vertrauen, das es nicht braucht. Meine Lernsoftware läuft ohne Internetverbindung, und der Lernstand bleibt auf dem Gerät, auf dem gelernt wird.
Das kommt aus dem Außendienst. Wer im Keller an einem Hausanschluss steht, hat oft keinen Empfang. Ein Werkzeug, das dort erst eine Leitung sucht, ist in diesem Moment kein Werkzeug.
Regel 6: Keine fremden Skripte, keine Zählung.
Diese Seite lädt nichts von fremden Rechnern: keine Schriften, keine Bibliotheken, keine Kartendienste, keine Werbebausteine. Die Grundfunktionen laufen ohne JavaScript, also ohne die Programmierung, die im Browser mitläuft. Ich zähle auch nicht, wer hier liest.
Jeder fremde Dienst auf einer Seite ist ein Schrank in einem Raum, zu dem du keinen Schlüssel hast. Und eine Seite wird nicht von außen barrierefrei: Sie wird so gebaut oder nicht.
Regel 7: Doppelt genäht hält besser.
Im Münsterland gibt es dafür einen Satz: Dubbeld nait hölt biäter. Doppelt genäht hält besser. Im Werkzeugbau heißt das messen, nachmessen und tuschieren — Farbe auf die eine Formhälfte, zusammenpressen, nachsehen. Im Rechenzentrum heißt es sichern, zurücksichern und die Rücksicherung prüfen.
Eine einzige Messung ist ein Verdacht, und eine einzige Kopie ist keine Kopie. Deshalb hat diese Seite mehr als einen Weg zum Ziel: Wer keine Karte lesen kann, bekommt dieselbe Auskunft als Liste.
Regel 8: Wissen darf keine Barriere haben.
Eine staatliche Prüfung darf jeder ablegen. Dann muss auch die Vorbereitung darauf für jeden benutzbar sein — sonst entscheidet die Verpackung des Stoffs darüber, wer bestehen kann.
Das ist der Grund, warum meine Programme nichts kosten und ohne Hürde laufen. Wissen ist kein Zusatzgeschäft. Es ist die Sache selbst.
Was am Ende auf der Plakette steht
Eine Plakette sagt, wer wann was geprüft hat, und womit. Deshalb steht unter dieser Seite eine Prüfplakette: die Darstellungen, in denen gemessen wurde, und das Datum der Messung.
Diese acht Regeln habe ich mir nicht ausgedacht. Sie sind das, was von zwei Gesellenprüfungen vor der Handwerkskammer, einer Fräsmaschine, einem Serverraum und einer Trasse übrig bleibt.
Was gerade auf der Werkbank liegt und wie weit es ist, steht auf dem Wartungsstand.
Warum die Seite so aussieht
Eine Spalte, ein Gedanke je Absatz, Überschriften, die man ansteuern kann. Die Seite kommt ohne fremde Skripte, ohne Schriften von anderen Servern und ohne Besucherzählung. Alle Grundfunktionen arbeiten ohne JavaScript: das Menü, die Verweise, die Einstellungen. Das ist keine Sparsamkeit, sondern derselbe Gedanke wie beim Werkzeug — was man selbst gebaut hat, kann man selbst reparieren.
Wie man Textgröße, Kontrast und eine ruhige Ansicht einstellt, steht unten auf diesem Blatt und ausführlich auf der Seite zur Barrierefreiheit.